Fährt man aus Homberg in Richtung Kirrweiler/Glanbrücken, so fällt ein großer Bauernhof auf - der Schönbornerhof, dessen Geschichte lang und abwechslungsreich ist.


DIE SAGE


Dieses alte Anwesen, heute aus zwei Höfen bestehend, ist Ortsteil von Homberg. Alte Urkunden reden bis 1605 vom Sulzbacher Hof, was sich durch seine enge Anbindung an Sulzbach durch den Besitz des Johanniterordens erklärt.

Der Sage nach – so ist es einem Bericht Karschs
* zu entnehmen – lag einst an der Stelle des Sulzbacher Hofes ein verwundeter Krieger, dem die Wunden brannten und dem der Durst so zusetzte, dass er meinte, er müsse sterben. Da hörte er ein Wässerlein rauschen und schleppte sich an die Stelle, wo die Quelle war. Er trank davon und genas. Aus Freude und Dankbarkeit blieb er dort, baute eine Hütte und nannte sie „zuo dem schönen brunne“, Shonenbrunn (1290) und später Schönborn. Die Herleitung des Namens von –born = Hütte oder –born = Brunnen läuft in diesem Fall auf dasselbe hinaus. Bekanntlich wurden früher Schöpfbrunnen und auch Quellfassungen zum Schutz gegen Verunreinigungen oft überdacht und auch in Häusern untergebracht.


GESCHICHTLICHES


Bis zum Jahre 1290 gehörte der Schönbornerhof dem Ritter Berthold von Grumbach, einem Hofmann der Dhauner Wildgrafen. Zusammen mit dem Besitztum Sulzbach vererbte Berthold den Hof an seine Söhne Berthold, Hartrade und Johannes, die Johanniterpriester des heiligen Hauses des Spitals von Ulm waren.

So wurde der Hof mit seinen ausgedehnten Ländereien – fast 500 Morgen – Eigentum des Johanniterordens und Sitz der Sulzbacher Ordensniederlassung. Später bauten sich die Johanniter in Sulzbach ein neues Ordenshaus, das sogenannte Haus zu Sulzbach und verpachteten den Schönbornerhof an Hofleute, deren Namen nicht überliefert sind.

Im Laufe der Zeit schwand das Interesse der Johanniter an diesem Hof und sie gedachten ihn zu verkaufen. In einem Nachfahren aus dem Raubrittergeschlecht derer von Montfort, Jakob von Montfort, meinten sie den geeigneten Käufer gefunden zu haben. Das Raubschloss von Montfort unweit des Lemberges bei Odernheim war 1456 zerstört worden. Seine Bewohner und deren Nachkommen mussten sich nun mit bescheideneren Unterkünften zufrieden geben. Da mochte das Angebot des Ordens dem Jakob von Montfort gelegen kommen, sich und seiner Familie eine Bleibe für die Zukunft zu schaffen.

 

Im Laufe der Zeit schwand das Interesse der Johanniter an diesem Hof und sie gedachten ihn zu verkaufen. In einem Nachfahren aus dem Raubrittergeschlecht derer von Montfort, Jakob von Montfort, meinten sie den geeigneten Käufer gefunden zu haben. Das Raubschloss von Montfort unweit des Lemberges bei Odernheim war 1456 zerstört worden. Seine Bewohner und deren Nachkommen mussten sich nun mit bescheideneren Unterkünften zufrieden geben. Da mochte das Angebot des Ordens dem Jakob von Montfort gelegen kommen, sich und seiner Familie eine Bleibe für die Zukunft zu schaffen.
Der Ritter zahlte aber nie den im Kaufvertrag von 1517 genannten Betrag von 200 Gulden und mußte den Hof wieder verlassen.

Im Jahre 1606 wurde der Hof von den Grumbacher Wild- und Rheingrafen käuflich erworben.

1691 baute Leopold Phillip Wuilhelm (Wild- und Rheingraf) auf dem Hof ein Jagdschlösschen, das rege genutz wurde.

1709 war Stanislaus Leszinski König in Polen, aber als sein Protege König Karl XII. eine Schlacht gegen den Russischen Zar Peter den Großen verlor, mußte Stanislaus aus Polen fliehen. Über die Türkei kam er nach langen Umwegen schließlich ins Herzogtum Zweibrücken das 1681 schwedisch geworden war.

Sein Fluchtweg führte durch die Herrschaft von Grumbach. Hier wurde er vom Wild- und Rheingrafen empfangen und auf den Schönbornerhof geleitet, wo er fürstlich bewirtet wurde. Bei der Tafel sollte das Söhnlein des Grafen dem hohem Gast aufwarten. Als es aufeinmal bitterlich zu weinen anfing, erkundigte sich der König nach dem Grund für die Tränen und erfuhr, dass das Kind nur großen Hunger hatte. Lachend sorgte Stanislaus dafür, dass der Hunger schnell gestillt wurde.

Stanislaus wurde nie wieder König von Polen, aber seine schöne Tochter heiratete König Ludwig XV. Dieser entschädigte seinen Schwiegervater mit den Herzogtümern Lothringen und Baar.

Mit der Besetzung der linksrheinischen Gebieten waren die herrschaftlichen Zeiten vorbei - der Hof wurde versteigert. Neuer Besitzer war Christian Mohr. Seit dieser Zeit leben die Nachfahren von Christian Mohr auf dem Schönbornerhof. Eine alte Bibel aus dem Jahr 1754, die in Besitz der Familie Gauch ist erinnert an diese Zeit.

Fotostrecke Schönbornerhof




* überliefert von Pfarrer Otto Karsch